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Belvedere - schöne Kulisse, enttäuschendes Gesamterlebnis

  • Autorenbild: Christian Simon
    Christian Simon
  • 29. Mai
  • 2 Min. Lesezeit


Für Samstagmittag hatten wir einen Tisch für sieben Personen reserviert.

Die Lage des Restaurants mit Blick auf Schloss Kronwinkl und der leicht erhöhten Position ist durchaus ansprechend. Auch ausreichend Parkplätze sind vorhanden und das Ambiente vermittelt zunächst den Eindruck, hier einen angenehmen Aufenthalt verbringen zu können.


Leider blieb es genau bei diesem ersten Eindruck.


Das Restaurant war zur Mittagszeit nur mäßig besucht – was nach unserem Besuch allerdings nicht mehr überraschend wirkt.


Die Getränkebestellung wurde von einem der drei anwesenden Kellner aufgenommen und kurze Zeit später serviert. Bereits hier zeigte sich jedoch eine gewisse Unaufmerksamkeit, da trotz weniger Minuten zwischen Bestellung und Service niemand mehr wusste, welches Getränk zu welchem Gast gehörte. Kein dramatischer Fehler, aber rückblickend passend zum weiteren Verlauf des Besuchs.


Im Anschluss wurden ausschließlich Hauptgerichte bestellt. Nach angemessener Wartezeit erhielten fünf Personen ihr Essen. Zwei Gäste unserer Gruppe warteten jedoch weiterhin auf ihre Lasagne – ein Gericht, das man in einem italienischen Restaurant eigentlich problemlos erwarten dürfte.


Erst nachdem der Rest der Gruppe mit den Hauptgängen nahezu fertig war, fragten wir höflich nach den fehlenden Gerichten. Wenige Minuten später wurden diese schließlich serviert – allerdings ohne jede Entschuldigung oder Erklärung.


Ab diesem Zeitpunkt war praktisch kein aktiver Service mehr vorhanden.


Leere Teller und Gläser wurden kommentarlos abgeräumt, ohne auch nur ansatzweise nach weiteren Getränkewünschen oder einem Dessert zu fragen. Selbst die klassische Nachfrage nach Espresso oder Cappuccino blieb vollständig aus. Stattdessen hatte man zunehmend das Gefühl, als Gast eher zu stören.


Und dieser Eindruck beschränkte sich nicht nur auf unseren Tisch – auch die anderen besetzten Tische im Restaurant wurden weitgehend ignoriert.


Dabei lebt Gastronomie genau von diesem Servicegedanken: Gäste entscheiden sich freiwillig dafür, ihr Geld in einem Restaurant auszugeben und erwarten dafür Aufmerksamkeit, Gastfreundschaft und professionelle Betreuung.


Die Qualität der Speisen selbst war solide. Allerdings scheint die Organisation innerhalb der Küche verbesserungswürdig zu sein – insbesondere im Hinblick auf Timing und Koordination der Gerichte.


Das größte Problem des Hauses ist jedoch eindeutig der Service. Die drei anwesenden Kellner wirkten deutlich stärker mit ihren Smartphones beschäftigt als mit den Gästen im Restaurant.


Und genau das darf in einer funktionierenden Gastronomie schlicht nicht passieren.

 
 
 

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