Gartenstadt Harlaching – solide Küche, aber deutliche Schwächen im Service
- Christian Simon
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Manchmal lohnt sich ein zweiter Besuch. In der Gartenstadt Harlaching waren wir bereits vor einigen Jahren zu Gast.
Der damalige Eindruck war eher durchwachsen: Das Essen war in Ordnung, der Service blieb jedoch nicht besonders positiv in Erinnerung.
Umso gespannter waren wir, ob sich zwischenzeitlich etwas verändert hat.
Die Reservierung
Bereits die telefonische Reservierung hinterließ einen eher nüchternen Eindruck. Das Gespräch war kurz, sachlich und funktional. Natürlich muss niemand am Telefon lange plaudern, dennoch freut sich jeder Gast über ein freundliches Wort oder das Gefühl, willkommen zu sein.
Ankunft und erster Eindruck
Beim Betreten des Restaurants entstand zunächst Verwirrung darüber, welcher Tisch für uns reserviert war. Nach kurzer Suche fanden die Servicekräfte zwar eine Lösung, der Empfang wirkte jedoch wenig organisiert und eher unpersönlich.
Der Gastraum selbst präsentiert sich klassisch bayerisch und gemütlich. Die Atmosphäre war angenehm, das Restaurant an diesem Abend gut besucht.
Die Speisen
Hier gibt es durchaus Positives zu berichten.
Trotz der guten Auslastung kamen die Speisen erfreulich schnell an den Tisch.
Der Schweinebraten wurde mit Krautsalat, schöner Kruste sowie Semmel- und Kartoffelknödel serviert. Geschmacklich eine solide Wirtshausküche ohne große Überraschungen. Die Knödel wirkten dabei eher industriell hergestellt als hausgemacht, was sich als Gast natürlich nicht mit Sicherheit beurteilen lässt.
Das Schnitzel bestand aus zwei dünn geklopften Schweineschnitzeln und wurde mit Pommes sowie Beilagensalat serviert. Die Portion war ordentlich und preislich absolut fair kalkuliert.
Auch der Salat mit zusätzlicher Portion Pommes war in Ordnung.
Zum Abschluss wurden Apfelkücherl mit Vanilleeis serviert. Diese wirkten optisch sehr gleichmäßig und erinnerten eher an ein zugekauftes Produkt.
Geschmacklich gab es jedoch nichts auszusetzen.
Weniger überzeugen konnte der Espresso. Dieser erinnerte eher an einfache Vollautomatenqualität und blieb geschmacklich hinter den Erwartungen zurück.
Der Service
Leider zeigte sich im Service genau das, was uns bereits vor einigen Jahren aufgefallen war.
Bereits bei der Bestellung fehlten kleine Aufmerksamkeiten, die Gäste normalerweise positiv wahrnehmen. Die Nachfrage während des Essens beschränkte sich auf ein knappes „Alles in Ordnung?“ und wirkte eher wie eine Pflichtübung als echtes Interesse.
Besonders negativ fiel auf, dass Teller bereits abgeräumt wurden, obwohl am Tisch noch gegessen wurde. Ein solcher Ablauf sollte in der Gastronomie eigentlich tunlichst vermieden werden und ist ein absolutes No-Go!
Im weiteren Verlauf wirkte die zuständige Servicekraft zunehmend gestresst und teilweise unfreundlich. Dabei waren zwar viele Tische besetzt, gleichzeitig waren jedoch mehrere Mitarbeiter im Service tätig.
Beobachtungen zum Umgang mit Gläsern
Während unseres Besuchs fielen uns mehrfach Situationen auf, die aus Gästesicht keinen professionellen Eindruck hinterließen.
Sowohl unsere Servicekraft als auch ein weiterer Mitarbeiter griffen beim Abräumen mehrfach mit den Fingern in die Trinkbereiche benutzter Gläser, um mehrere Gläser gleichzeitig transportieren zu können. Anschließend wurden frische Gläser angefasst beziehungsweise Getränke vorbereitet.
Ob dies den internen Abläufen des Hauses entspricht, können wir selbstverständlich nicht beurteilen. Als Gast hinterlässt eine solche Vorgehensweise jedoch kein gutes Gefühl.
Kartenzahlung und Bezahlung
Ebenfalls auffällig war der deutliche Hinweis in der Speisekarte, dass Kartenzahlung erst ab einem Rechnungsbetrag von 30 Euro möglich ist. Kreditkarten werden nicht akzeptiert.
Während des Bezahlvorgangs standen mehrere leere Gläser längere Zeit unbeachtet auf dem Tisch. Obwohl der Geldbeutel bereits sichtbar bereitlag und die Servicekraft mehrfach vorbeikam, mussten wir zunächst warten.
Auf die Frage nach Bar- oder Kartenzahlung folgte unmittelbar der Hinweis: „Aber keine Visa.“
Auch hier fehlte aus unserer Sicht die freundliche und serviceorientierte Kommunikation, die man sich als Gast wünscht.
Die Toiletten
Die Toiletten präsentierten sich insgesamt durchschnittlich. Bei genauerem Hinsehen zeigten sich jedoch einige Schwächen.
Der Seifenspender war leer, ebenso der Handtuchspender. Eine Rolle Handtücher lag auf dem leeren Spender und ein Billig-Seifenspender aus der Drogerie steht am Waschbecken. Darüber hinaus fielen Spinnweben und mangelnde Detailpflege in Bereichen auf, die zwar nicht sofort ins Auge fallen, bei genauerem Hinsehen aber durchaus wahrgenommen werden.
Fazit:
Die Gartenstadt Harlaching bietet eine solide bayerische Wirtshausküche zu fairen Preisen. Die Portionen stimmen, die Küche arbeitet schnell und geschmacklich gibt es bei den Hauptgerichten wenig zu beanstanden.
Leider wird dieser positive Eindruck durch einen Service geschmälert, der während unseres Besuchs häufig gestresst, unpersönlich und wenig aufmerksam wirkte. Hinzu kommen mehrere Beobachtungen bei Sauberkeit, Organisation und Detailpflege, die nicht zu einem rundum gelungenen Restaurantbesuch beitragen.
Unser Eindruck nach diesem Abend: Wer vor allem solide bayerische Küche sucht, wird hier durchaus fündig. Das Potenzial für ein deutlich besseres Gesamterlebnis wäre jedoch vorhanden – insbesondere im Bereich Service und Gastfreundschaft.



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