Harlachinger Einkehr – zwischen Tradition und Stillstand
- Christian Simon
- 25. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Die Harlachinger Einkehr verfügt über etwas, das sich viele Gastronomiebetriebe wünschen würden: eine nahezu einmalige Lage.
Der Blick über den Tierpark Hellabrunn, die erhöhte Position mit Aussicht auf Teile Münchens sowie der großzügige Biergarten schaffen beste Voraussetzungen für einen gelungenen Aufenthalt. Umso bedauerlicher ist es, dass das vorhandene Potenzial nach meinem Eindruck seit Jahren nicht konsequent genutzt wird.
Lokalität
Bereits beim Betreten des Anwesens entsteht der Eindruck, dass in vielen Bereichen notwendige Investitionen ausgeblieben sind. Besonders deutlich wird dies bei den sanitären Anlagen. Die Toiletten befinden sich seit längerer Zeit in einem Zustand, der einem gastronomischen Betrieb dieser Größe und Lage nicht gerecht wird. Sowohl der bauliche Zustand als auch die Sauberkeit und Hygiene hinterlassen einen verbesserungswürdigen Eindruck.
Service
Auch beim Service zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Je nachdem, welcher Mitarbeiter den Tisch betreut, erlebt man entweder einen freundlichen, aufmerksamen und professionellen Service oder das genaue Gegenteil. Die Qualität der Betreuung schwankt teilweise erheblich, was für Gäste nur schwer nachvollziehbar ist.
Küche
Ähnlich verhält es sich bei den Speisen. Während einige Gerichte durchaus überzeugen können, fehlt es insgesamt an Konstanz. So wurde beispielsweise ein Cordon Bleu bereits mehrfach in sehr guter Qualität serviert, während andere Besuche deutlich weniger positiv in Erinnerung geblieben sind. Gerade bei klassischen bayerischen Gerichten sollte der Gast erwarten dürfen, bei jedem Besuch eine vergleichbare Qualität zu erhalten.
Eindruck
Als langjähriger Gastronom weiß ich, wie schwierig es sein kann, Personal, Küche und Wirtschaftlichkeit dauerhaft auf einem hohen Niveau zu halten. Genau deshalb fällt auf, dass viele der vorhandenen Probleme nicht auf fehlendes Potenzial zurückzuführen sind, sondern vielmehr auf mangelnde Konsequenz bei Pflege, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung.
Hinzu kommt die inzwischen fehlende Möglichkeit der Kartenzahlung. Akzeptiert werden aktuell lediglich Bargeld und PayPal. In einer Zeit, in der kontaktlose Bezahlung per Karte, Smartphone oder Smartwatch für viele Gäste selbstverständlich geworden ist, wirkt dieser Schritt nicht mehr zeitgemäß und erschwert den Besuch unnötig.
Unser Fazit
Die Harlachinger Einkehr bleibt aufgrund ihrer Lage, ihrer Tradition und ihres Bekanntheitsgrades ein besonderer Ort. Umso mehr wäre zu wünschen, dass das Haus wieder die Aufmerksamkeit und Investitionen erhält, die ihm aufgrund seines Standorts und seiner Geschichte eigentlich zustehen.



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