Pastalozzi München – moderne italienische Küche mit viel Herz und kleinen Schwächen im Detail
- Christian Simon
- 6. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Ein romantischer Gewölbekeller, herzlicher Service und moderne italienische Küche: Das Pastalozzi hinterließ bei unserem Besuch viele positive Eindrücke. Warum am Ende dennoch nicht alles perfekt war und weshalb gerade die kleinen Details den Unterschied machen, lest Ihr in diesem Bericht.
Für unseren Besuch im Pastalozzi hatten wir einen Tisch für vier Personen im Gewölbekeller reserviert. Schon beim Betreten des Restaurants fällt die besondere Atmosphäre auf. Das historische Gewölbe schafft ein gemütliches, fast schon romantisches Ambiente und hebt sich angenehm von vielen modernen, aber oft austauschbaren Restaurantkonzepten ab.
Bereits die ersten Begegnungen mit dem Service verliefen ausgesprochen freundlich. Man fühlte sich willkommen und gut aufgehoben – ein Eindruck, der sich über weite Strecken des Abends bestätigte.
Bestellt wurden Pasta Burrata, Carbonara, Gnocchi San Daniele und ein Insalata Pastalozzi.
Alle Gerichte waren handwerklich sehr gut zubereitet. Die Pasta und auch die Gnocchi kamen perfekt al dente auf den Tisch, die Zutaten wirkten hochwertig und geschmacklich gab es nichts zu beanstanden.
Lediglich eines fiel auf: Die Portionen sind durchaus großzügig bemessen und entsprechend sättigend.
Meine Frau entschied sich für einen Salat mit gegrilltem Gemüse, der ebenfalls überzeugte. Frische Zutaten, ein sehr gelungenes Dressing und eine angemessene Portionsgröße sorgten auch hier für einen durchweg positiven Eindruck.
Da wir die Küche möglichst umfassend kennenlernen wollten, teilten wir uns anschließend noch eine Pinsa Margherita. Obwohl wir von den Pasta-Gerichten bereits recht satt waren, wollten wir uns diesen Test nicht entgehen lassen.
Auch hier zeigte die Küche ihre Qualität. Der Teig war hervorragend gelungen, der Belag harmonisch abgestimmt und die Pinsa insgesamt genau so, wie man sie sich bei einem guten modernen Italiener wünscht.
So herzlich und freundlich der Service insgesamt war, zeigten sich im Verlauf des Abends ein paar kleinere organisatorische Schwächen.
Zu Beginn fragte ich, ob es möglich wäre, von einem Pasta-Gericht eine kleinere Portion als Vorspeise zu erhalten, da ich anschließend gerne noch eine Pinsa probieren wollte. Dies war laut Küche leider nicht möglich.
Gerade in der heutigen Zeit hätte ich mir hier etwas mehr Flexibilität gewünscht. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht erscheint eine solche Möglichkeit durchaus sinnvoll.
Später bestellte ich vor einer kurzen Raucherpause zwei doppelte Espresso sowie zwei Averna. Als ich zurückkam, wurde die Bestellung erneut abgefragt, da die Servicekraft sich nicht mehr sicher war, ob einfache oder doppelte Espresso bestellt worden waren.
Die Getränke wurden schließlich mit einiger Verzögerung serviert. Die freundliche Erklärung lautete, dass gerade ein Reservierungswechsel stattfinde. Das ist nachvollziehbar, sollte jedoch nicht dazu führen, dass die Aufmerksamkeit für die verbleibenden Gäste spürbar nachlässt.
Auch die Rechnung musste nach der ersten Bitte ein zweites Mal angefordert werden, da diese schlicht vergessen worden war.
Ein weiterer Punkt betrifft den Umgang mit dem bei der Reservierung angegebenen Anlass. Über OpenTable hatten wir bereits im Vorfeld einen Geburtstag vermerkt. Während unseres Aufenthalts wurde dieser jedoch zunächst nicht aufgegriffen. Weder eine kurze Nachfrage noch ein einfaches „Alles Gute zum Geburtstag“ erfolgten von Seiten des Restaurants.
Erst nachdem wir selbst nachfragten, wurde eine Tiramisu mit Kerze serviert. Eine nette Geste, die wir durchaus zu schätzen wussten. Da das Dessert jedoch regulär berechnet wurde, handelte es sich letztlich nicht um eine Aufmerksamkeit des Hauses, sondern um eine bestellte Nachspeise mit dekorativer Kerze.
Natürlich besteht kein Anspruch auf ein kostenloses Dessert. Ein wenig mehr Aufmerksamkeit für besondere Anlässe hätte jedoch gut zum ansonsten herzlichen Auftreten des Hauses gepasst.
Keiner dieser Punkte wäre für sich genommen gravierend. In der Summe entsteht jedoch der Eindruck kleiner Unaufmerksamkeiten, die einen ansonsten sehr guten Service etwas ausbremsen.
Ein weiterer Punkt betrifft die Sanitäranlagen im Gewölbekeller.
Grundsätzlich ist es positiv, dass zusätzliche Toiletten direkt im Untergeschoss vorhanden sind und Gäste nicht jedes Mal ins Erdgeschoss wechseln müssen.
Der Zustand insbesondere der Damentoilette konnte jedoch nicht vollständig überzeugen. Sichtbare Feuchtigkeitsschäden, Verfärbungen an Wänden und Ecken sowie ein insgesamt wenig gepflegter Eindruck passen nicht zum ansonsten hochwertigen Erscheinungsbild des Restaurants.
Hier besteht aus unserer Sicht durchaus Verbesserungsbedarf.
Fazit:
Das Pastalozzi überzeugt vor allem durch seine gute moderne italienische Küche, das besondere Ambiente im Gewölbekeller und einen herzlichen Service, der Gastfreundschaft spürbar macht.
Gleichzeitig zeigen sich kleine organisatorische Schwächen, kleinere Unaufmerksamkeiten im Service sowie Defizite bei den Sanitäranlagen, die einen noch besseren Gesamteindruck verhindern.
Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke deutlich.
Wer moderne italienische Küche in besonderer Atmosphäre genießen möchte, wird im Pastalozzi vieles finden, was einen gelungenen Restaurantbesuch ausmacht. Die Küche überzeugt, das Ambiente bleibt in Erinnerung und auch der Service macht vieles richtig – selbst wenn bei den Details noch etwas Luft nach oben bleibt.



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